Bluterguss beim Hund oder angelaufene Beine beim Pferd?

In diesem Artikel erfährst du:

  • wann dein Tier von einer Lymphdrainage profitiert
  • bei welchen Krankheiten sie nicht angewendet werden darf
  • was das Lymphsystem eigentlich ist
  • und wie Lymphdrainage als Therapieform funktioniert

Lymphdrainage ist eine effiziente Methode, deinem Tier zu helfen

Als Tierphysiotherapeutin kann ich auf eine ganze Anzahl von unterschiedlichen Therapiemethoden zurückgreifen, um deinem Tier bei der Genesung und beim Gesundbleiben zu helfen. Auf eine dieser Methoden möchte ich heute genauer eingehen, da sie im tiermedizinischen Bereich noch nicht so bekannt ist wie in der Humanmedizin. Hier geht es um die Lymphdrainage als Behandlung bei Ödemen.

Lymphdrainage sollte so schnell wie möglich erfolgen, damit die Genesung des betroffenen Gewebes beschleunigt werden kann.

Krankheitsbilder, die von einer Lymphdrainage profitieren

Grundsätzlich sollen alle Ödeme, traumatische oder Lymphödeme, mit Lymphdrainage behandelt werden, sofern keine Kontraindikationen (s. u.) für diese Behandlungsart bestehen.

Eine Behandlung mittels einer Lymphdrainage wird immer vorher mit dem behandelnen Tierarzt / der behandelnden Tierärztin abgesprochen.

Angelaufene Beine beim Pferd können von Lymphdrainage profitieren

Erkrankungen, bei denen Lymphdrainage hilft

  • posttraumatische und postoperative Ödeme (nach einem Unfall oder einer Operation)
  • angelaufene Beine
  • Tying up und Azoturie
  • akute Tendinitis
  • Gallen
  • Hufrehe
  • Stauungsödeme
  • Schlauchödeme
  • Elephantiasis
  • Petechialfieber
  • Kopfödeme (z. B. bei Petechialfieber)
  • Phlegmone
  • Mauke
  • palliative Stauungsödeme bei malignen Tumoren

Bei diesen Krankheiten darf Lymphdrainage nicht angewendet werden

  • Kardiales Ödem infolge einer Rechtsherzinsuffizienz
  • Lymphosarkom
  • Milzbrand (Zoonose)
  • Beschälseuche
  • Ansteckende Blutarmut der Einhufer (EIA)
  • Rotz (Zoonose)
  • Equine Virus Arteriitis
  • Babesiose beim Pferd
  • Ehrlichiose beim Pferd
  • Sporotrichiose beim Pferd
  • Histoplasmose beim Pferd
  • Druse

Wissen über das Lymphgefäß und Lymphdrainage

Was ist die Lymphe und das Lymphsystem?

Lymphe ist eine Flüssigkeit im Körper eines Säugetiers, die Fremdstoffe (z. B. Stoffe, die zu groß für den Abtransport über das Blut sind oder gefährliche Stoffe, wie krankheitserregende Keime oder Tumorzellen) in den Lymphgefäßen abtransportiert. Sozusagen als Streckenposten befinden sich immer wieder Lymphknoten in diesen Lymphbahnen, die diese Stoffe aus der Flüssgkeit herausfiltern. Fallen vermehrt Fremdstoffe in den Lymphknoten an, schwellen diese in der Folge an. Das ist dann bei den meisten Knoten von außen tastbar.

Der ganze Körper wird von den Lymphgefäßen durchzogen, die gemeinsam mit den Lymphknoten das Lymphsystem bilden. Die Lymphgefäße befinden sich relativ dicht unter der Haut und haben im Gegensatz zu den Blutgefäßen keine stabile Struktur, sondern sind leicht zusammendrückbar.

Wie funktioniert Lymphdrainage?

Bei der Lymphdrainage macht sich die Therapeutin den Aufbau und die Funktionsweise des Lymphsystems zu Nutze. Die Flüssigkeit in den Lymphgefäßen wird durch Sog im Körper bewegt. Dabei haben die Gefäße ähnlich den Venen Klappen, damit die Flüssigkeit nicht zurückströmt, sondern nur in eine Richtung weiterfließt. Im Normalfall wird die Lymphe durch die Bewegung der Muskeln, genau wie das venöse Blut, mitbewegt.

Behandlung von Ödemen

Die Lymphdrainage kurbelt im gesamten Körper die Sogwirkung des Lymphsystems an, damit Flüssigkeitsansammlungen schneller abtransportiert werden. Denn diese Ansammlungen – in der Medizin Ödeme genannt – verlangsamen den Heilungsprozess und können, falls sie zu lange bestehen, verhärten. Ist ein Ödem verhärtet, kann es Folgeprobleme geben, etwa dadurch, dass das Ödem Blutbahnen abdrückt und es zu einer Unterversorgung der darunterliegenden betroffenen Körperteile kommt.

Eine sanfte Behandlungsmethode

Die Lymphdrainage ist eine sehr sanfte Behandlungsweise. Die Lymphgefäße liegen direkt unter der Haut und durch zu viel Druck können sie schnell zugedrückt werden. Dann kann durch sie keine Flüssgkeit mehr fließen und das Ödem bleibt bestehen. Außerdem erfolgt die Behandlung in einem ruhigen Rhythmus, der für das Tier sehr beruhigend ist. Dadurch wird die Lymphdrainage von den allermeisten Tieren sehr gut toleriert. Die Behandlung dauert mindestens eine halbe Stunde.

Weitere tiefergehende Informationen, besonders zur Lymphdrainage beim Pferd, findet ihr auf der Website von Prof. Dr. Dirk Berens von Rautenfeld. Er ist führender Forscher und Wissenschaftler in diesem Bereich.

Wurde dein Hund am Bein operiert und hat dadurch eine Schwellung am Bein?

Auch dann kann Lymphdrainage ihm helfen, schnell wieder gesund zu werden.

Dein Tier braucht Hilfe und du wohnst in der Nähe von Bochum?

Für Termine, ruf mich gern an oder schick eine Mail. Meine Kontaktdaten findest du hier.

Hast du noch Fragen zur Lymphdrainage? Dann schreib sie gern hier in die Kommentare.

Alles Gute für dein Tier,

Deine Judith Claassen

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