Pferdebeine im Sand

Elektrotherapie – Einsatz in der Tierphysiotherapie

Im humanmedizinischen Bereich schon lange eingesetzt spielen elektrotherapeutische Verfahren auch in der Physiotherapie für Tiere, beschleunigt durch die wundervollen Therapieerfolge, eine immer größere Rolle.

Wirkung der Elektrotherapie beim Tier

Dabei kann die Elektrotherapie (je nach Verfahren) durch mehrere Faktoren den Heilungsverlauf und die Lebensqualität des befellten Patienten unterstützen:

  • fördert die Durchblutung von Haut und Muskeln (je nachdem wie groß die Eindringtiefe des Verfahrens ist)
  • sorgt für eine Schmerzlinderung und -stillung
  • kann Schwellungen reduzieren
  • den Muskeltonus regulieren, also verspannte Muskeln entspannen und schwache Muskeln aufbauen
  • chronischen Schmerz unterbrechen
  • Wärme in tieferen Muskelschichten erzeugen
  • Mikromassagen durchführen
  • Narben verbessern, die Sensibilitätstörungen auslösen oder Verhärtungen aufweisen
  • Sehnenverletzungen bei der Heilung unterstützen
  • Medikamente durch Iontorese und Phonophorese in den Körper transportieren

Liste der Elektrotherapieverfahren

Unter Elektrotherapie werden unterschiedliche Verfahren zusammengefasst, von denen die Tierphysiotherapeut*in das geeignete auswählt, um dem tierischen Patienten bei der Heilung und Genesung zu helfen.

Zu den Verfahren zählen:

  • Soft- und MID-Laser
  • Galvanisation
  • Hochvolttherapie
  • Interferenzstromtherapie
  • EMS-Therapie
  • TENS-Therapie
  • Therapie mit medizinischem Ultraschall
  • Magnetfeldtherapie

Unter die Lupe genommen: TENS

Auf eine der Anwendungen möchte ich gern genauer eingehen: TENS. Denn dieses Verfahren ist simpel und dennoch sehr wirkungsvoll, gerade wenn es um Erkrankungen geht, die mit Schmerzen einhergehen und wo es in der Behandlung darum geht, Schmerzfreiheit zu erreichen.

Auch im Humanbereich wird das TENS-Verfahren gern und häufig eingesetzt, da es kaum Kontraindikationen, also Bedingungen gibt, die gegen eine Behandlung mit diesem Verfahren sprechen. Bei Menschen wird es z. B. bei chronischen Kopfschmerzen verwendet, die von einer verspannten Nackenmuskulatur her kommen.

So therapiere ich mit dem TENS

Das TENS-Gerät per Elektroden mit deinem Tier verbunden. Dabei befestige ich die Elektroden links und rechts von dem Bereich, wo sich der Schmerz befindet. Bei einem Hund mit Hüftgelenksdysplasie z. B. im Bereich der langen Rückenmuskulatur, wenn diese verspannt ist. Nun stelle ich das Gerät ein und regele den Stromfluss ganz langsam und in kleinen Schritten immer höher, bis ich eine Reaktion deines Tieres bemerke. Das können ganz kleine Reaktionen, wie das Anhalten des Atems oder das Einfrieren sein. Oder dein Hund zuckt mit der Haut oder schaut Richtung Elektrode. Damit kann ich dann sichergehen, dass der Stromfluss im sensibelschwelligen Bereich ist, dein Tier ihn also gerade so eben als angenehmes Kribbeln wahrnimmt. Nun warten wir einige Minuten und lassen das TENS-Gerät arbeiten.

So wirkt das TENS

Dabei wirkt das TENS als Unterbrecher eines Schmerzes, denn der Organismus nimmt nur eine Empfindung wahr: entweder die des Schmerzes oder das Kribbeln durch den Strom des TENS-Gerätes. Das mache ich mir zu Nutze und kann so deinem Tier für die Dauer der Behandlung Erleichterung verschaffen, wenn es unter Schmerzen oder sogar chronischen Schmerzen leidet.

Wenn du möchtest, kann ich dir in der Therapie die Wirkungsweise des Geräts auch immer erst an dir vormachen, sodass du weißt, wie es sich ungefähr für dein Tier anfühlt.

Du bist dir nicht sicher, ob dein Tier Schmerzen hat?

Für den Hund habe ich dazu eine ganze Podcastfolge aufgenommen, die du auch als Blogartikel nachlesen kannst.

Noch Fragen?

Für genauere Informationen über die Therapiemöglichkeiten der einzelnen Verfahren und ob diese für dein Tier sinnvoll sind, nimm gern Kontakt zu mir auf.

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1 Kommentar

  1. […] Schmerzlinderung zu bewirken. Dazu gibt es neben der klassischen Massage noch die Möglichkeit der Elektrotherapie und des […]

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