Hüftgelenksdysplasie beim Hund und bei der Katze

Hüftgelenksdysplasie beim Hund und bei der Katze

Diagnose Hüftgelenksdysplasie

Die Hüftgelenksdysplasie beim Hund und bei der Katze (HD) ist eine Erkrankung, die in der Praxis häufig vorkommt. Mit Physiotherapie kann den betroffenen Hunden und Katzen gut geholfen werden, schmerzfrei durch’s Leben zu schreiten.

Tierhalter*innen stellen häufig eine Lahmheit der Hintergliedmaße oder einen ausgeprägten Hüftschwung bei ihrem Hund oder ihrer Katze fest. Spätestens die röntgenologische Diagnose des Tierarztes bringt dann Gewissheit: Mein Tier hat eine HD!

Hunde und Katzen, die an Hüftgelenksdysplasie leiden, profitieren in großem Maße von einer physiotherapeutischen Behandlung. Denn es geht vorallem darum, den Verschleiß am Gelenk gering zu halten, um eine Arthrosebildung dort zu vermeiden oder zumindest zu verzögern.

Aber was genau ist denn eine Hüftgelenksdysplasie?

Bei dieser Erkrankung sitzt der Oberschenkelkopf nicht wie physiologisch vorgesehen fest umschlossen in der Hüftpfanne, sondern hat dort einen mehr oder weniger großen Bewegungsspielraum. Damit der Oberschenkelkopf nicht aus der Pfanne springt, arbeitet die Hüftmuskulatur (Glutealmuskulatur) übermäßig viel. In der Folge kommt es zu schmerzhaften Verspannung dieser Muskulatur.
Weil die Hintergliedmaße nicht die nötige Last aufnehmen kann, kommt es zu einer Umverteilung auf die Vordergliedmaße. Dabei ist auch die Rückenmuskulatur beteiligt, sodass der Hund auch dort Verspannungen zeigt. Die Schulter und Vordergliedmaßenmuskulatur wird auch in Mitleidenschaft gezogen. Es können an all diesen Stellen schmerzhafte Muskelkontrakturen entstehen.

Alles in allem ist die Muskulatur also ganz schön überbeansprucht, was, wie wir das bei uns von einem Bürorücken kennen, auch ganz schön schmerzhaft sein kann.

Schmerzhafte Muskulatur, die dauerhaft unter Spannung steht, kann nicht trainiert werden. Und so schwindet sie in der Folge und die Gliedmaße ist unterbemuskelt. Neben den Schmerzen in der Muskulatur auch ein Grund, warum der Hund Probleme beim Aufstehen hat.

Ziele der Physiotherapie bei Hüftgelenksdysplasie

In der Physiotherapie geht es deshalb unter anderem darum, die Muskulatur zu lockern und zu entspannen, um eine Schmerzlinderung zu bewirken. Dazu gibt es neben der klassischen Massage noch die Möglichkeit der Elektrotherapie und des Kinesiotapings.

Im zweiten Schritt, wenn die Schmerzfreiheit hergestellt ist, gilt es dann die Muskulatur zu stärken. Denn eine starke Muskulatur kann das Gelenk besser stabilisieren und entlastet die unter Spannung stehenden Muskeln, die schmerzen. Dabei ist es wichtig, beide Muskelanteile aufzubauen, sowohl die streckende als auch die beugenden Anteile.

Im Falle einer schweren HD: Operative Behandlung

Sollte der Tierarzt eine schwere Form der HD feststellen, wird dieser mit dir eine operative Behandlung der Erkrankung besprechen. Ist dein Hund operiert, ist es nötig, den Hund schnellstmöglich durch Physiotherapie bei der Heilung und dem Wiederfinden eines physiologischen Bewegungsablaufs zu begleiten. Andernfalls kommt es schnell zu Muskelabbau und die Erfolge der Operation werden dadurch geschmälert.

Solltest du weitere Fragen zur Behandlung einer Hüftgelenksdysplasie bei Hund und bei der Katze haben, kontaktiere mich gerne.

Rassedisposition

Es gibt bestimmte Hunderassen, die vermehrt unter Hüftgelenksdysplasie leiden. Dort ist eine genaue röntgenologische Untersuchung der Zuchttiere nötig, um die Ausbreitung dieser schmerzhaften Krankheit zu verhindern. Weitere Informationen dazu findest du in diesem Artikel.

Bleib gesund!

Deine Judith Claassen

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Quellen zu diesem Artikel

Skript zur Ausbildung Tierphysiotherapie Vet-Physiocation 2019

Hüftgelenkdysplasie beim Hund – Chancen und Risiken“ von Andreas Zohmann, Carsten Grußendorf, Hanna Diekmann, Veit Kleine Büning, erschienen in Hands on 2019; 1: 16–24, Thieme Verlag

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